T-Boykott?

Herzlich willkommen beim ::Nachdenken

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- über ::Monopolmissbrauch und ::Kundengeldverschwendung
   

::Was geht ab?

Die deutsche Telekom AG und ihre Tochterunternehmen haben eine ganze Reihe von De-Fakto-Monopolen. Beispielsweise das für die Teilnehmeranschlussleitungen. Da sie aus dem Staatsbetrieb Deutsche Bundespost hervorgegangen sind, ist das erst mal nicht überraschend, und die Telekom kann auch nix dafür. Und die Politik und die Regulierungsbehörde wollen/sollen dafür sorgen, dass sich das ändert, so musste die Telekom z. B. ihre Fernsehkabelnetze abtreten.

Wie gesagt, für diese Monopole kann die Telekom nichts. Und obwohl sich nicht jeder darüber freut (z. B. die Konkurrenz), kann man ihr im großen und ganzen auch nicht wirklich vorwerfen, dass sie versucht, das beste draus zu machen. Schließlich ist sie inzwischen ein privatwirtschaftlicher Betrieb, der Gewinne erwirtschaften soll.

Allerdings hat die Telekom in letzter Zeit ein bizarres Interesse an anderen Monopolen aufgebaut, die weder historisch noch Marktwirtschaftlich Sinn machen. Sie will sich das Monopol an Farben und Buchstaben sichern. Und die dafür benötigten Kosten legt sie natürlich auf die Preise um, das bedeutet, wir Kunden bekommen sie zu spüren.

Viele Opfer dieses Gebarens sind auf der T-Opfer Seite gesammelt.

::Magenta-Monopol

Angefangen hat es mit dem Magenta-Monopol. Die Telekom wollte sich die Exklusivrechte an der Verwendung der Farbe Magenta per Gericht einklagen.

Wohlgemerkt, Magenta ist eine der Grundfarben des Farbdrucks und nicht eine Erfindung der Telekom, auch wenn die Telekom diese Farbe in ihren Logos verwendet.

Laut Süddeutscher Zeitung bekam die Telekom jetzt die Farbe Magenta sogar vom BGH bestätigt.

::T-Monopol

Haben einige über diese Geschichte noch gelächelt, legte die Telekom etwa ein Jahr später nach: Sie will sich das Monopol am Buchstaben T sichern.

Team-Konzept-LogoSo wurde die Medien-Agentur Team Konzept verklagt, weil ihr Logo (rechts zu sehen) ein T enthält. Das sei mit dem Telekom-Logo leicht zu verwechseln. Sagt die Telekom.

Ein weißes, serifenloses T in einem orangenen, abgerundeten Quadrat ist also mit einem rosa, mit Serifen behafteten T inmitten grauer Punkte zu verwechseln. Irgendwie kommen mir da Begriffe wie "Blindfische" in den Sinn, die ich hier aber lieber nicht wiedergebe, sonst werde ich noch verklagt. :-)

Pikannterweise war Team-Konzept wohl vor einiger Zeit sogar für die Telekom tätig. Wenn einem jeder ehemalige Geschäftspartner so in den Rücken fällt, macht das Arbeiten sicher nicht wirklich Spass...

Ausserdem schnappt sich die Telekom alle T-Domains, die sie kriegen kann, darunter nicht nur die für ihre Tochterunternehmen t-com, t-online, t-mobile und t-systems sowie ihre Geschäfte (t-punkt und t-laden.

Nein, die Telekom sichert sich auch Domains wie t-offline, t-beutel oder t-wurst. Allerdings hat sie darauf keine Web-Seiten geschaltet, aber die Registrierung kann jeder bei der deutschen Registrierungsstelle DE-NIC überprüfen, indem er den Domainnamen (mit .de) eintippt.

Mit einem ähnlichen Buchstabenmonopolwahn ist die Firma Topware (bekannt z. B. für d-info) gescheitert.

Immerhin muss man der Telekom zu gute halten, dass sie ehrlich ist, schliesslich hat sie sich sogar die Domain t-monopol.de gesichert.

::Klang-Monopol

Laut Heise Newsticker arbeitet der Konzern auch am Klang-Monopol. Der Besitzer der Domain be-mobile.de wurde von T-Mobile wegen der klanglichen Ähnlichkeit zwischen be-mobile und T-Mobile verklagt, und darf die Domain nicht mehr benutzen.

::Browser-Monopol

Auch zum Browser-Monopol hat die Telekom ein interessantes Verhältnis, auf der Homepage der Festnetzsparte t-com bekommt man folgendes Fenster zu gesicht:

Diese Anwendung unterstuetzt nur Internet Explorer 5.5 bzw. Netscape 6.1

Abgesehen davon, dass sowohl der Internet Explorer mit Version 6 als auch der Browser von Netscape mit Version 7 inzwischen ein gutes Stück aktueller sind, und andere Nutzer eventuell mit älteren Versionen unterwegs sind: Was ist mit Browsern wie AWeb, Dillo, Lynx, Konqueror, Mozilla, Opera", Safari?

Und das sind nur die verbreitetsten, eine Liste mit noch viel mehr Browsern gibt es z. B. unter browsers.evolt.org.

::Was tun?

Erst einmal kann einem das natürlich egal sein.

Andererseits kann man sich auch überlegen: Auf welche Monopole bekommt die Telekom noch Lust? Und will ich als Kunde diese Aktionen mit meinem Geld finanzieren? Natürlich muss die Telekom die Kosten (Domain-Registrierung, Pflege, Rechtsanwälte, Gerichtskosten etc. sowie die Manager, die diese Aktion leiten) in ihre Kundenpreise einkalkulieren. Wo soll sie das Geld auch sonst hernehmen?

Auch andere Firmen, wie z. B. oben genannte Medien-Agentur Team Konzept, haben darunter natürlich zu leiden. Ein großer Konzern, der wegen Farben und Buchstaben mit der Klagekeule um sich schlägt, ist genau das, was unser Wirtschaftsstandort Deutschland für den Aufschwung nicht braucht.

Wenn euch das auch nicht passt, hier meine Vorschläge:

  • Teilt der Telekom euren Protest als Kunde mit, dass ihr das nicht über eure Preise finanzieren wollt
  • Unterstützt Aktionen wie Free-T.
  • Boykottiert den Buchstaben T. Macht beim T-Boykott mit.
  • Überlegt euch, ob ihr euere Leistungen nicht bei einer Firma einkauft, die die Gelder ihrer Kunden in Qualität anstatt solchen Quatsch steckt. Es gibt immer eine Alternative.
  • Natürlich könnt ihr euch auch jederzeit was eigenes einfallen lassen...

::T-Boykott

Wenn die Telekom alle T's sammeln will, macht es ihr so schwer wie möglich. Wenn sich jeder eine "t-domain" krallt, und eine Seite wie diese draufsetzt, tut sich die Telekom deutlich schwerer in ihrer Sammelwut.

Am besten sollten die Seiten privat und nicht von Konkurrenzunternehmen sein, damit ist es für die Telekom schwerer, wettbewerbsrechtlich dagegen vorzugehen. Wenn ihr rechtliche Bedenken habt, fragt am besten einen Anwalt (ich bin keiner).

Also: Noch sind viele T-Domains frei, und die gibt es Werbefinanziert sogar kostenlos...

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